Gran Canaria im April. Eine Woche volles Programm. Ab auf die Insel!

Im April haben wir uns eine Woche Gran Canaria gegönnt. Wir waren beide vorher noch nie auf der Insel, obwohl gefühlt die „halbe Welt“ schon durch die Dünen von Maspalomas gedackelt ist. So sollte die Woche vor Ostern dann auch erstes Mal Gran Canaria werden und die Insel hat uns nicht enttäuscht!

Die folgenden Fragen können wir nach der Woche gut beantworten:

  • Wie wird das Wetter auf Gran Canaria im April sein?
  • Welche Sehenswürdigkeiten hat Gran Canaria neben den Dünen von Maspalomas zu bieten?
  • Kann man die Insel in einer Woche ansehen?
  • Welches Hotel kann man auf Gran Canaria gut empfehlen?
  • Wo ist es auf Gran Canaria am schönsten?

Als drittgößte der kanarischen Inseln ist Gran Canaria im Süden knapp über 4.5 Stunden Flugzeit von Hannover entfernt. Und so brachte uns der Condor dann sicher auf die Insel. Glücklicherweise hatten wir uns mit ordentlich Essen eingedeckt, da in der Maschine keine Snacks oder Getränke gereicht wurden. Nach der Landung am „Aeropuerto de Gran Canaria“ ging es dann auch relativ schnell mit dem Transfer. Der Flughafen liegt relativ zentral an der Ostküste, so dass die Fahrzeiten verhältnismäßig kurz sind.

Einchecken im Lopesan Villa del Conde

Unser Hotel war das Lopesan Villa del Conde, was in den gängigen Hotelbewertungsportalen für Gran Canaria wirklich überdurchschnittlich gut abschneidet. Von der Autobahn kommend konnten wir bei der Abfahrt „Sonnenland“ (ist wirklich der Name der Siedlung) schon die beiden Türme der Eingangshalle aus der Entfernung sehen. Was für ein Anblick im Vergleich zu den abgewrackten Hotels im bekannten Playa del Ingles, die wie Plattenbauten dagegen wirken. Eine erholsame Woche auf Gran Canaria konnte beginnen. Die Koffer wurden direkt am Bus ausgeladen und übernommen, so dass wir direkt in die große Empfangshalle des Hotels gehen konnten und zur Begrüßung mit einem Champagner direkt auf unseren Urlaub angestoßen haben. Die Eingangshalle mit dem großen Kronleuchter macht schon viel Eindruck. Wir waren gespannt auf das restliche Hotel nach den vielen guten Bewertungen.

Die Qual der Wahl am Buffet

Aufgrund unserer späten Anreise haben wir nur kurz das Handgepäck ins Zimmer (man könnte auch besser kleine Wohnung sagen) gebracht und sind direkt zu einem der beiden Buffetrestaurants gegangen. Nach den Brötchen im Flugzeug war der Hunger schon groß… Nach dem ersten Blick und dem großen Hunger hatten wir am Buffet und den Kochstationen dann im wahrsten Sinne des Wortes die Qual der WahlSteak oder Lachs, Huhn oder Tintenfisch, Schwein oder Muscheln, Truthahn oder Dorade? Und wie das alles zusammen bringen nach einer spanischen Vorspeisenplatte mit Serano Schinken, spanischem Käse & Wurst und Oliven? Bleibt noch Platz für den Nachtisch mit den frischen Früchten, verfeinert am Schokobrunnen und noch ein Schälchen Crema Catalana? Und wieviel Hunger sollte man am nächsten Morgen für das Frühstück nach so einem Essen noch haben können? Es bleiben eigentlich nur noch die Fragen zu klären, warum man in so einem schicken Hotel Kerzen auf die Tische stellt und sie wegen des Windes nicht anzündet und warum die Kellner dem Gast mit übertriebenem Eifer die Teller bis an den Tisch tragen wollen. Die Speisenauswahl war wirklich überwältigend und so sind wir nach dem Essen dann noch eine Runde über die Anlage spazieren gegangen.

Die Hotelanlage vom Villa del Conde

Die komplette Hotelanlage ist „picobello“ sauber, sehr gepflegt und auch toll angelegt. Das Villa del Conde ist entgegen der alten Hotels (Plattenbauten) im Stile eines Dorfes aufgebaut und so wechseln sich unterschiedlich große, verwinkelte Gebäude auf dem Gelände ab. Man kann auch bei dem Hotel nicht mehr von einem kleinen Dorf sprechen. Die Beschilderung im Hotel ist schon etwas verwirrend und hilft nicht unbedingt bei der Orientierung. Durch die direkte Lage an der Promenade von Meloneras kann man auch wunderbar Spaziergänge nach dem Essen machen und noch in den (schicken) Bars an der Promenade den ein oder anderen Cocktail trinken gehen. In Meloneras reihen sich eine Menge an schicken Hotels wie an einer Perlenkette bis zum Leuchtturm hinter dem auch schon unmittelbar die berühmten Dünen von Maspalomas beginnen. In entgegengesetzter Richtung zum Leuchtturm kann man vom Hotel auch zum näheren kleinen Sandstrand von Meloneras gehen (5 Minuten). Das Hotel selbst hat keinen Strand. Wer im Hotel bleiben möchte kann sich an einem der vier großen Pools (mit einem „halben“ Infinity Pool in Richtung der Promenade) erfrischen. Wir haben sowohl das Meer als auch die Pools getestet und waren von beidem sehr begeistert. Auch Mitte April ist der Atlantik bei Gran Canaria schon angenehm warm. Wer sportlich unterwegs ist und nicht schwimmen möchte kann den tollen Fitnessraum des Hotels nutzen (sehr gepflegt, neue Geräte) oder auch an den Kursen des Animationsteams teilnehmen (Pilates, Yoga, Wassergymastik). Es steht auch ein Tennisplatz zur Verfügung.

Die Insel – Gran Canaria – so viele Eindrücke

Auch wenn es nicht das erklärte Ziel des Urlaubs war haben wir mit dem Leihwagen die Insel gefühlt komplett abgefahren. Schön ist eben, dass Gran Canaria nicht sehr groß ist. Leider hatten wir es verpasst uns den Wagen vorab in Deutschland zu mieten, um uns auch den Transfer zu ersparen. Über ein Mietwagenportal haben wir dies vor Ort nachgeholt und uns einen Wagen bei Orlando Rental gemietet – was für eine Erfahrung. Hatte doch der Wagen auf dem Mietvertrag nach der Begutachtung fast keine freie Markierung mehr… auch der Bearbeiter bei Orlando war gut geschult und wollte noch diverse Versicherungen verkaufen, die über das Portal bereits abgedeckt waren.

Tag 1 der Fahrt führte uns so an der Südküste entlang Richtung Westen. Erster Halt war dann auch Puerto Rico de Gran Canaria mit dem kleinen Yachthafen. Es ist schon erstaunlich wieviele Hotels und Appartments man an zwei Berghänge bauen kann aber die örtliche Bauindustrie hat ihr bestes gegeben. Erfreulicherweise haben sie vor dem Strand wenigstens zurückgeschreckt, der von den Touristen „aufgefüllt“ wurde. Es ging danach schnell auf der Küstenstraße GC-500 Richtung Taurito weiter. Puerto Rico de Granaria ist kein schöner Ort, auch wenn vom kleinen Hafen viele Bootstouren starten. Auf der kleinen Küstenstraßen mit den vielen Serpentinen war doch vorsichtiges Fahren angesagt. Der nächste Ort auf dem Weg wirkte ähnlich wie Puerto Rico, so dass wir ihn direkt überfahren haben. Ziel an Tag eins war das kleineVenedig“ von Gran Canaria mit Puerto de Mogán. Der Ort ist künstlich angelegt und wurde zwischen 1983 – 1988 errichtet. Im Ort am Hafen durchziehen ein paar Kanäle die Häuser, was dem Ort den Namen des Venedig von Gran Canaria eingebracht hat. Das Zentrum ist wirklich schön. So hatte ich mir mehr Gran Canaria vorgestellt, nachdem die ersten beiden Orte eher ein Reinfall waren. Gestärkt mit einer Pizza am Strand des Ortes sind wir dann Richtung Mogán in die Berge gefahren, was an dem Tag auch das Endziel war. Von Mogán aus geht es dann über zwei spannende Straßen Richtung Norden und zur Inselmitte.

Gran Canarias Mitte

Nachdem wir schon in Mogán waren und in der Art Bodega von Ursula Goebel bei einem Kaffee den Ausblick auf die Berge von Gran Canaria genossen haben hat es uns am zweiten Tag in die gleiche Richtung gezogen. Der Mann von Ursula Goebel hat uns im freundlichsten Bayrisch noch ein paar gute Tipps am für eine Tour in die Bergregion gegeben. Unser Ziel war der Stausee Presa De Las Niñas, der über die GC-605 zu erreichen ist. Die GC-605 ist laut Aussage unserer Reiseführers eine der anspruchsvollsten Straßen der Welt, was sich in unendlichen Serpentinen gezeigt hat. Es war aufgrund des Ausblickes über den Südwesten der Insel schon eine tolle Route. Leider war die GC-605 nach wenigen Kilometern gesperrt, so dass wir nicht die volle Strecke fahren konnten. Hier ist der Weg im wahrsten Sinne des Wortes das Ziel. Am Stausee hat man noch die Möglichkeit zu picknicken und die Landschaft zu genießen, die sich durch die Pinienwälder ganz anders zeigt als der karge und fast wüstenhafte Süden. Für uns ging es dann wegen der Sperrung über die GC-505 (auch interessant zu fahren) wieder zurück Richtung Hotel.

Der Norden von Gran Canaria

Der Norden der Insel sollte unser Ziel für den dritten Tag werden. Über Pinterest hatte ich mir schon ein paar tolle Bilder von Naturpools angesehen, die ich auch gerne testen wollte. Von Meloneras aus kann man die Insel über die Inselautobahn relativ bequem befahren. Vor dem Test des Atlantik stand noch der Besuch von Las Palmas auf dem Programm. Las Palmas ist die größte Stadt der Insel – wir haben sie schnell besucht. Das Zentrum kann man gut zu Fuß erkunden. Unser Auto haben wir zentral im Aparcamientos Triana geparkt, von wo man direkt in die Fußgängerzone gehen kann.  Man entdeckt keine Geschäfte, die man nicht auch in den heimischen Fußgängerzonen nicht schon mal gesehen hat. Die Überraschung hält sich sehr in Grenzen. Interessanter in Las Palmas ist die Markthalle (Mercado de Vegueta) mit der Altstadt, dem Casa de Colón, in dem wohl auch schon mal Kolumbus war, und der Kathedrale „Santa Ana“.

Entlang der Küste Gran Canarias

Nach dem Besuch ging es mit dem Auto weiter Richtung entlang der Küste im Norden. Als Abwechslung zum vermeintlichen Shopping hatten wir uns den Hochseilgarten GrancAventura herausgesucht, der leider an dem Tag geschlossen war. So fuhren wir also auf der Küstenautobahn ein paar Kilometer weiter bis wir mit dem Ort Agaete bzw. Puerto des Las Nieves einen der nord-westlichsten Punkte Gran Canarias erreichten. Von dem Ort fahren übrigens auch die Fähren Richtung Teneriffa, was man schon am Horizont erkennen konnte. Im gesamten Norden der Insel merkt man schon, dass der Atlantik sehr viel rauer als im Süden ist. Von daher war es toll, dass mit dem „Agaete Piscina Natural“ ein begrenzter, sicherer Naturpool vor Ort war. Der Pool wird durch die Brandung immer wieder mit frischem Meerwasser gefüllt. Es war eine tolle Möglichkeit zu schwimmen auch wenn die bequemen Sonnen-Liegeplätze auf dem Steinfeld sehr begrenzt sind.  Wer mehr auf Sandstrand steht dem ist der Playa El Puertillo im Norden zu empfehlen, an dem man auch direkt im Meer schwimmen kann.

GrancAventura – Hochseilgarten mit Ausblick auf den Atlantik

Auf unserem Zettel hatten wir weiterhin den Hochseilgarten. Wo kann man schon mit Blick auf den Atlantik in luftiger Höhe durch die Gegen klettern? Der Weg an Tag vier Stand also fest und die GC1 war wie an den Tagen zuvor schnell zu befahren. Am Park GrancAventura angekommen ging es dann nach einer Einweisung auf englisch auch direkt mit dem ersten Parkour los und wir kletterten uns bis in die oberste Etage durch. Nach knapp drei Stunden standen wir wieder auf dem sicheren Boden. Der Park war schön ausgelegt und auch nicht überlaufen. Eine einheimische Mitkletterin war sehr darüber verwundert, dass wir als Touristen dort in den Seilen hingen. Der Kletterpark scheint in der Tat überwiegend nur von den Inselbewohnern genutzt zu werden, was auch die eingeschränkten Öffnungszeiten bestätigen. Wir können den Park sehr empfehlen. Mit 22 Euro / Person für den kompletten Park ist der Preis im Vergleich zu Parks in unsere Nähe normal / günstig.

Teror – ein idyllischer Marktplatz

Nach unserem kleinen Kletterausflug haben wir noch die Chance ergriffen uns den Ort Teror in der Nähe des Kletterparks anzusehen. Irgendwie hatten wir mit dem Besuch auch richtig viel Glück, denn außer uns hat es nur sehr wenige andere Touristen in den Ort verschlagen. Die Innenstadt und der Marktplatz sollen zu den schönsten Plätzen Gran Canarias gehören. Mit den kleinen Gässchen und den alten Häusern hatte der Ort schon einen besonderen Charme.

Der Westen der Insel

An unserem letzten Tag mit unserem Leihwagen sind wir dann nochmals in Richtung Westen unterwegs gewesen. Ziel sollte der viel beschriebene „Mirador del Balcón“ werden, von dem man fast 400 Meter in die Tiefe schauen kann. Auf dem Weg dahin ging es über die GC-200 Richtung La Aldea de San Nicolas de Tolentino. Die Fahrtstrecke glich wegen der Serpentinen sehr der Fahrt über die GC-605. Angekommen in San Nicolas haben wir uns spontan entschlossen doch lieber den Strand mitzunehmen. Der Playa de la Aldea ist ein Kiesstrand im Gegensatz zu den anderen Stränden, die wir vorher ausprobiert hatten. Freundlicherweise hatten schon viele andere Besucher des Strandes kleine windgeschützte Plätze angelegt, von denen wir dann einen Platz genutzt und erweitert haben. Nach unserer Auszeit am Strand stand also noch der „Mirador del Balcón“ auf dem Programm, der von dem Strand nur ca. 10 Minuten Fahrtzeit entfernt ist. Der Aussichtspunkt ist auch gleichzeitig Endstation auf der GC-200 in nördliche Richtung. Die Bewertung eines Aussichtspunktes liegt ja im wahrsten Sinne des Wortes im Auge des Betrachters, so dass wir mit zwei unterschiedlichen Ansichten wieder Richtung Hotel fuhren. Wenn man zufällig in der Gegend ist würde ich den Besuch empfehlen. Die steilen Klippen, die fast senkrecht ins Meer fallen, geben schon ein tolles Foto her und haben mich entfernt an die großartigen Landschaften aus den „Herr der Ringe“ Filme erinnert (und an den Besuch des Cabo de São Vicente in Portugal). In Kombination mit dem Strandbesuch vorab passte es zu dem Ausflug in die Region. Man sollte immer im Hinterkopf behalten, dass die Fahrerei (abgesehen von der Autobahn GC-1) nicht mit Fahrtzeiten in Deutschland zu vergleichen ist. Auch wenn es von der Entfernung her nur wenige Kilometer sind kann man schon eine gute Zeit im Auto verbringen.

Unser Fazit von Gran Canaria

Wir werden sicher nochmal wieder nach Gran Canaria fahren. Der April ist schon so angenehm warm, dass man gut im Meer baden und sich sonnen kann. Nächstes Mal würden wir allerdings vorab einen Leihwagen für die komplette Zeit mieten und direkt am Flughafen abholen. Neben den beschrieben Zielen wären dann noch der Playa de Guigui oder der Roque Noblu als höchster Berg und Wahrzeichen der Insel mit auf der Liste und eine Runde tauchen im Atlantik. Eine Woche war in der Tat zu kurz, um sich alles anzusehen.

Die Strände auf der Insel waren schon schön aber nicht so toll wie z. B. an der Algarve oder auch in Sizilien.

The following two tabs change content below.
Moin! Ich bin Markus und der Gründer von Packdenkoffer.com. Eines meiner größten Hobbys ist das Reisen. Es muss nicht immer gleich ans Ende der Welt gehen. Auch Kurz- und Wochenendreisen finde ich immer spannend. Vielleicht bekommst Du hier noch die ein oder andere Idee für Deine Reisen? Viel Spaß auf jeden Fall auf meiner Seite!

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen