Kurzurlaub in Potsdam – Viel Geschichte und große Kulissen

Kurzurlaub in Potsdam – Viel Geschichte und große Kulissen

Kurzurlaub in Potsdam – viel Geschichte & große Kulissen!

Für ein verlängertes Wochenende haben wir uns über Himmelfahrt Potsdam als Kurzurlaubs-Ziel ausgesucht. Eines Vorweg: Potsdam ist ideal für einen Kurzurlaub! Wer Geschichte und große Kulissen erleben will findet in der Stadt viele Möglichkeiten. Mit Schloss Sanssouci und dem neuen Palais sowie den Gärten über den geschichtsträchtigen Ort Schloss Cecilienhof, auf dem die Potsdamer Konferenz abgehalten wurde, bis hin zu den Filmstudios in Babelsberg (Drehort der bekannten Daily Soap “Gute Zeiten, Schlechte Zeiten”) bietet Potsdam einen bunten Mix an verschiedensten Möglichkeiten.

Unsere Highlights in vier Tagen Potsdam (mit einem kleinen Abstecher nach Berlin)

  • Das holländische Viertel in Potsdam
  • Die Brandenburger Straße mit dem Brandenburger Tor (auch in Potsdam gibt es ein Brandenburger Tor!)
  • Stadtrundfahrt mit einem Hop-On / Hop-Off Bus
  • Besuch Schloss Sanssouci
  • Schloss Cecilienhof (Potsdamer Konferenz mit Stalin, Truman und Churchill nach dem II. Weltkrieg – Beginn des “Kalten Krieges”)
  • Filmpark Babelsberg

Unser Hotel in Potsdam lag im Stadtteil Drewitz, der überwiegend durch Plattenbauten geprägt ist. Durch die gute Anbindung mit der Tram konnte man schnell ins Zentrum von Potsdam fahren (Einzelfahrt 2,10 Euro, Tageskarte 8,40 Euro, Fahrtzeit ca. 25 Minuten). Potsdam als Stadt haben wir als sehr “kompakt” empfunden, sodass man die wesentlichen Punkte auch zu Fuß gut erreichen konnte.

Das Stadtzentrum von Potsdam

Was macht man also an vier Tagen in der Stadt? An Himmelfahrt haben wir erstmal nach unserer Ankunft Nachmittags das Stadtzentrum erkundet. Die Brandenburger Straße mit Ihren Geschäften und  dem Brandenburger Tor sollte dabei auch noch in den folgenden Tagen und Dreh- und Angelpunkt werden. Die Fußgängerzone endet am westlichen Ende am Brandenburger Tor, von dem es nur noch einen Katzensprung in die tollen Gartenanlagen von Schloss Sanssouci ist. Im Osten kann man direkt in das holländische Viertel gehen, in dem man sich fast fühlt wie bei einem Besuch in einer niederländischen Stadt. Wem mehr nach russischen Einflüssen ist dem empfehlen wir den Besuch der russischen Kolonie Alexandrowka. Die Kolonie wurde für russische Kriegsgefangene angelegt.

Ein Abstecher nach Berlin

Tag 2 nutzten wir direkt für einen Abstecher nach Berlin, um die Stadt von der Wasserseite kennen zu lernen. Mit dem Auto war die Anreise trotz des evangelischen Kirchentages kein größeres Problem und so standen wir nach einer guten halben Stunde am Spreeufer. Berlin an einem Tag ist natürlich auch ein Ding der Unmöglichkeit ;-). Mit dem Ausflugsschiff und den humorigen Kommentaren des Kapitäns konnte man sich einen guten, ersten Eindruck von den Gebäuden im Regierungsviertel machen.  Vom Schiff aus war es in der Tat eine andere Sichtweise und vor allem eine sehr entspannte Stadtrundführung. Wir hatten “nur” die kleine Tour gebucht. Wenn Du nach Berlin fährst, schau Dir einfach die vielen Anbieter an. Es gibt einige, die auch Rundtouren anbieten und nicht auf der gleichen Strecke wieder zurückfahren.

Das Currywurst-Fiasko

Berlin bietet so unheimlich viele Dinge, dass wir uns dazu entschlossen haben nur noch über den Kurfürstendamm entlang zu schlendern und uns andere Punkte in Berlin in einem kommenden Urlaub anzusehen. Zu einem richtigen Berlin Besuch gehört natürlich auch der Döner oder die Currywurst. Beides soll ja angeblich in Berlin erfunden worden sein. Über Google findet man dann auch schnell die vermeintlichen Top Ten der besten Dönerbuden und Currywurst-Imbisse. Wir haben uns für die Currywurst entschieden und sind wirklich enttäuscht worden. Mit dieser Wurst sollte die Currywurst ihre Erfolgsstory aus Berlin heraus geschafft haben? Hätten wir uns doch nur für die Dönerbude mit der gefühlt 200 Meter langen Schlange gegenüber der Currywurstbude entschieden.

Potsdam mit dem Oldtimerbus

Der vorletzte Tag brach an und das Tagesziel stand fest: Potsdam ganz entspannt erkunden! Bei bestem Wetter sind wir wieder mit der Tram in die Innenstadt gefahren. Zentralste Haltestellen sind dabei die “Brandenburger Straße” oder auch “Platz der Einheit”. In der Fußgängerzone gibt es mit dem “Extrablatt” übrigens ein tolles Café. Man erhält ein ausgiebiges Frühstück zu einem fairen Preis (7,45 Euro / Buffet). Gut gestärkt ging es dann zum Treffpunkt der Oldtimer-Stadtrundfahrt am Bahnhof von Potsdam. Auf dem Weg dahin haben wir noch am Alten Markt die imposante St. Nikolaiskirche sowie das alte Rathaus und das neu erbaute Potsdamer Stadtschloss (Sitz des Landtages) “mitgenommen”.

Eine Moschee, die keine ist, und das neue Palais

Unsere Tour im historischen Doppeldeckerbus führte uns vom Bahnhof über die Havel am Stadtschloss, dem Filmmuseum zum alten Pumpenhaus für die Wasserspiele in Sanssouci. Aufgrund der Ansprüche von König Friedrich Wilhelms IV. sollte sich auch das Pumpenhaus in das Stadtbild ohne den Industriecharakter einfügen und wurde daher als Moschee gestaltet. Wieder eine Kulisse mehr in Potsdam… Von dort aus fuhr der Bus über die Richtung Park Charlottenhof, vorbei an dem alten Kaiserbahnhof (heute Schulungszentrum der DB.) zum “Neuen Palais”. Vor Ort hatten wir mit der Reiseführerin ca. 20 Minuten Zeit uns die Gebäude anzusehen. Nicht wirklich viel für einen Besuch dieser Anlage aber bei 28 °C im Schatten ausreichend für den ersten Blick. Und der war sehr beeindruckend. In nur knapp sechs Jahren Bauzeit wurden ein Schloss für die Gäste von Friedrich dem Großen gebaut.

Überall Kulissen…

Amüsant war dabei zu erfahren, dass die “Steine” auf der Fassade nur aufgemalt sind. Aus Kostengründen konnte man sich keine echten Klinkersteine leisten. Wegen der fehlenden Heizung konnte das Schloss auch nur im Sommer genutzt werden – als hätte man am falschen Ende gespart. Schon wieder eine große Kulisse… genau wie die Communs hinter dem Schloss, die die “nur” die Wirtschaftsräume beherbergten. Die beiden Gebäude sind schon für sich sehr imposant. Vom Neuen Palais ging es dann im Oldtimer-Bus vorbei am Drachenhaus, der Orangerie und der historischen Mühle ohne Sorge direkt zum weltbekannten Schloss Sanssouci.

Schloss Sanssouci – ein Muss bei einem Kurzurlaub in Potsdam

Wer an Potsdam denkt, denkt in der Regel auch an Schloss Sanssouci, was auch gerne als preußisches Versailles beschrieben wird. Es ist dieses eine klassische Bild mit der Ansicht eines gelben Schlosses mit der grünen Kupferdachkuppel und den breiten Treppenstufen, die man hinaufschaut. Mit diesem Bild im Kopf wirkt das reale Schloss dann doch überraschend klein. Hier wurde bei dem Bau 1745 – 1747 in nur zwei Jahren Bauzeit ein Meisterwerk vollbracht. Es zieht zu Recht auch noch heute Menschenmassen an. Berücksichtigt man die Größe der gesamten Parkanlagen sind die Bauzeiten für die damaligen Verhältnisse extrem kurz. Kaum vorstellbar, was damals in kürzester Zeit gebaut wurde. Wenn man über den Weinberg Richtung der Wasserfontäne schaut, kann man sich gut vorstellen, dass man es damals gut aushalten konnte.

Die Kartoffel auf der Grabplatte

Vielleicht war dies auch der Grund, weshalb sich Friedrich II. auch in einer Gruft neben dem Schloss beisetzen lassen wollte. Dem Wunsch konnte man erst im August 1991 nachkommen. Die Grabplatte und die Gräber seiner Hunde (!) sind rechts neben dem Schloss zu finden. Gut zu erkennen ist die Grabplatte auch an den Kartoffeln, die viele Touristen noch als Dank dort ablegen. Einer der Namen von Friedrich II. war nämlich auch der “Kartoffelkönig”. Ohne seine Kartoffelbefehle zu Zeiten der großen Hungersnöte wäre die Kartoffel wohl nie oder sehr viel später in Deutschland angepflanzt worden.

Unser Aufenthalt vor Ort war nur knapp 30 Minuten, was schon sehr sportlich ist. Man kann natürlich auch das Schloss besichtigen, was auch zu empfehlen ist. Der Eintrittspreis beträgt 12,- Euro oder als “Tagesticket” für alle Schlösser in Potsdam nur 19,-  Euro / Person. Familienkarte 49,- Euro. Sehr ans Herz gelegt hat uns unsere Stadtrundführerin die Potsdamer Schlössernacht (Mitte August). Aufgrund der vielen verkleideten Besucher soll es ein tolles Bild abgeben.

Militärstädtchen Nr. 7 – die verbotene Stadt

Unsere Fahrt ging weiter… vom Schloss Sanssouci fuhren wir an der Kolonie Alexandrowka und weiter an der verbotenen Stadt in der Nauener Vorstadt Richtung Neuer Garten vorbei. Hier war über vierzig Jahre das Zentrum der Militärspionageabwehr des russischen Geheimdienstes KGB. Dieser Teil Potsdams war in der Tat ein verbotener Bereich und auch eine Hochsicherheitszone mit eigenem Gefängnis und war als “Militärstädtchen Nr. 7” bekannt. Was für eine schrecklich verharmlosende Bezeichnung für die Taten, die dort begangen wurde. Heute ist das Gebiet wieder frei zugänglich. Im Gegensatz zu vielen anderen Gebäuden Potsdam konnten die ursprünglichen Eigentümer bzw. deren Nachfahren die Häuser daher schnell wieder beziehen. Mehr über die verbotene Stadt in Potsdam kann man direkt vor Ort in dem Gedenkzentrum Leistikowstrasse erfahren.

Schloss Cecilienhof und das Potsdamer Abkommen

Weiteres Zwischenziel unserer Busrundfahrt war auch das geschichtsträchtige Schloss Cecilienhof, was wir nur wenige Minuten später erreichten. Auch bei diesem Stopp hatten wir die Möglichkeit uns für die Zeit vor Ort die Anlage selbst anzusehen oder durch die Stadtrundführerin bei einem kleinen Spaziergang weitere Erklärungen zu erhalten. So ließen wir uns erzählen, dass das Schloss Cecilienhof als äußerst modernes Schloss mit fließend Wasser, Strom und Heizung konzipiert wurde. Es wurde im Stil englischer Landsitze entworfen. Berühmt wurde das Schloss Cecilienhof aber erst durch die Potsdamer Konferenz (Dreimächtekonferenz von Berlin am 17.07 – 02.08.1945) nach dem Zweiten Weltkrieg. Auf der Konferenz haben Winston Churchill, Harry S. Truman und Josef Stalin unter anderem über die Neuordnung Deutschlands entschieden, was die Teilung Deutschlands und den Beginn des kalten Krieges zur Folge hatte… Wer mehr dazu lesen möchte, dem empfehle ich den Artikel aus dem Tagesspiegel “70 Jahre Potsdamer Konferenz”.

Heiliger See – Promialarm

Für uns ging es nach diesem Überblick wieder zurück in den Bus und damit auch auf die Zielgerade der Tour. Die Stadtrundführerin ließ uns noch wissen, dass sich in den Villen am Heiligen See neben Wolfgang Joop oder auch Günther Jauch und viele andere Promis niedergelassen haben. Man kann deutlich schlechter wohnen! Nach knapp 2.5 Stunden mit drei Stopps unterwegs (Neues Palais, Schloss Sanssouci und Cecilienhof) endete die Tour für uns wieder im holländischen Viertel. Es soll das größte holländische Bauensemble außerhalb der Niederlande sein. Nach so viel Kultur, Politik und Eindrücken in so kurzer Zeit und gefühlten 30 °C im Schatten haben wir mit Blick auf die Havel im Biergarten den Abend genossen.

Filmpark Babelsberg

Den Abschluss unseres Wochenendtrips nach Potsdam war der Besuch des “Filmpark Babelsberg”, der einen Einblick in die Filmgeschichte der Filmstudios Babelsberg gibt. Passend zu den vielen “Kulissen” in der Stadt hat sich in Babelsberg das größte Filmstudio Europas entwickelt. Nur aus Gründen der Sicherheit (wegen des damals schnell entzündlichen Filmmaterials) hat man die Filmproduktion aus Berlin heraus nach Potsdam verlegt. Und so kann man heute im Filmpark viel über die großen Filme sehen, die Babelsberg berühmt gemacht haben und vor allem wie überhaupt Filme produziert werden. Dies fing schon mit Metropolis vor knapp 100 Jahren an. Aktuellere Filme, die auch in Babelsberg (teilweise) entstanden sind zum Beispiel “Die Tribute von Panem – Mockingjay 1 + 2” genauso wie “Inglourious Basterds”. Aktuell wurde “Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer”, zu dem man auch die Originalkulisse mit dem Bahnhof Lummerland sehen kann, gedreht.

Wie lange ist man im Filmpark Babelsberg?

Der Park selbst ist überschaubar groß und hauptsächlich auf Familienbesuche ausgelegt. Wir haben uns einen guten halben Tag vor Ort aufgehalten. Es gibt verschiedenste Attraktionen zum Thema Film wie zum Beispiel ein 4D-Action Kino oder eine tägliche Stuntshow. Man kann sich die Kulissen einer Western-Stadt oder auch einer Mittelalterstadt ansehen. Neben dem “Original” Löwenzahn-Bauwagen und dem Hexenhaus aus dem Film Hänsel und Gretel gibt es für Kinder noch eine Bootsfahrt durch Janoschs Traumland und die große Sandmännchen Halle. Interessanter für Filmfans ist die Halle der Traumwerker, in dem verschiedene Berufe zum Thema Film vorgestellt und vorgeführt werden (Maskenbildner, Kulissenbau etc.)

Wir hatten bei unserem Besuch das Glück, dass sich die meisten Touristen bei dem grandiosen Wetter mehr mit Badeseen als mit Filmgeschichte auseinandersetzen wollten. So war die Menge der Besucher für einen Sonntag überschaubar. Die Schlangen an den “Attraktionen” waren daher entsprechend kurz oder gar nicht vorhanden.

Guten Zeiten, Schlechte Zeiten

Eines der Highlights des Filmparks ist die Kulisse der bekannten Fernsehserie “Gute Zeiten, Schlechte Zeiten”. Man kann diesen Bereich nur mit einer Führung erleben. Bevor man zum Set der Serie kommt, geht man noch durch verschiedene andere Kulissen, wie zum Beispiel “Bader-Meinhof Komplex” oder auch “The Monuments Men” oder auch “Jim Knopf”. Dann wird es für den GZSZ Fan richtig spannend.

Wegen des ca. zweimonatigen Produktionsversatzes gibt es ein strenges Fotografierverbot, damit die kommende Geschichte nicht verraten wird. Und so konnten auch wir Veränderungen an den Häusern sehen, die wohl in den nächsten Wochen im Fernsehen zu sehen sind. Man geht bei der Führung durch den Straßenzug der Serie und sieht nebenher unter anderem die Eingänge des Clubs “Mauerwerk” oder auch des “Vereinsheims” sowie den Eingang zur “U-Bahn -Station”. Hinter der Straßenkulisse steht noch der Wohnwagen von “Chris Lehmann”.

Auf eine Cola ins “Mauerwerk”?

Für den Fan der Serie ist es daher sicher ein tolles aber auch kurzes Erlebnis. Der Guide gibt übrigens auch sehr interessante Einblicke in die Produktion. Was man nicht sieht, sind die Innenkulissen. Kurzum: keine Chance auf eine Cola im Mauerwerk und kein Kaffee im Vereinsheim! Als kurze Anekdote erzählte der Guide dann noch, dass es für die Szenen im Dönergrill in der Tat unterschiedlich große Plastikdönerspieße gibt. Es soll damit der Verbrauch über die verschiedenen Tageszeiten auch realistisch dargestellt werden. Schade, dass es bei den vielen Kulissen nicht auch eine Kopie vom Mauerwerk oder auch dem Vereinsheim als richtiges Restaurant gibt. Das wäre eine witzige Idee gewesen.

Preise vom Filmpark

Uns hat der Besuch im Filmpark Babelsberg gefallen. Die meisten Attraktionen sind für Kinder ausgelegt. Der Eintrittspreis betrug 22,- Euro / Person + 3 Euro Parkgebühr. Wer sparen will, nimmt die Schnupperkarte für 15,- Euro (3 Stunden vor Parkende). Mit der Karte sollte man auch noch genügend sehen können. Für Fans von GZSZ (“Gute Zeiten, Schlechte Zeiten”) ist der Park wegen der Kulisse auf jeden Fall natürlich ein absolutes Muss. Am letzten Sonntag im Monat hat man noch die Chance auf ein Autogramm mit einem der GZSZ-Darsteller.

Fazit des Wochenendes

Wer viel Kultur sehen und Geschichte erleben möchte ist in Potsdam sehr gut aufgehoben. Die Schlösserdichte ist entsprechend hoch und auch viele Museen (wie das Barberini-Museum oder auch das Filmmuseum Potsdam) bieten viele Möglichkeiten, falls es doch mal regnen sollte. Durch die vielen restaurierten Häuser im Innenstadtbereich herrscht ein ganz besonderes Flair.

Potsdam, wir kommen wieder!

Nach so viel Geschichte werden wir den nächsten Urlaub erstmal wieder ans Meer verlegen. Dir gefällt Strand und Wasser auch mehr? Dann lies doch einfach mal unsere Berichte über Sardinien,  Gran Canaria oder die Algarve. Keine Lust zu fliegen? Dann einfach ab an die Ostsee – zum Beispiel nach Travemünde oder auch nach Usedom!

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Marbella, Malaga und Alhambra

Marbella, Malaga und Alhambra

Mal Malaga, mal Alhambra und auch mal Marbella

Mal Malaga, mal Alhambra und auch mal Marbella waren die erklärten Ziele in Andalusien für die zweite Woche Urlaub nach dem Start an der Algarve. Und so ging es gut erholt und zeitig am Samstag in Albufeira los. Ab auf die A22 und los in Richtung Osten. Nach knapp achtzig Kilometern auf der Autobahn ging es dann über die Puente Internacional del Guadiana nach Spanien. Unser Tagesziel bei kuscheligen 38 °C war Torrox an der Costa del Sol bei Malaga.

Auf dem Weg nach Torrox haben wir zur besten Mittagszeit eine kurze Pause in Sevilla eingelegt. Außer ein paar Touristen, die wohl ebenfalls auf dem Weg waren oder kein vernünftiges Temperaturempfinden hatten, waren kaum Menschen auf den Straßen zu sehen. Die 38 °C waren in der Tat schon eine gute Herausforderung und wirklich keine Einladung für längere Stadterkundungen. So haben wir uns darauf beschränkt unser Auto direkt im Zentrum im Parkhaus gegeben über des berühmten Torro del Oro in der Av. Paseo de Cristina abzustellen und nur einen kleinen Ausflug ins Zentrum zu unternehmen.

Von der Av. Paseo Cristina gelangt man schnell auch an den Plaza de Espana, den wir uns noch angesehen haben. In direkter Umgebung sind auch die Kathedrale, die Stierkampfarena, der Palast, Theater, Universität etc. etc. Mit unserem kurzen Zwischenstopp hat die Stadt schon im Zentrum sehr beeindruckt. Leider war die große (aber auch zu erwartende) Erkenntnis, dass Sevilla an einem 20. August bei strahlender Sonne eben doch nicht das beste Ziel ist. Und so sind wir direkt weiter Richtung Malaga und Torrox gefahren. Erfreulicherweise sind die Autobahnen auch in Spanien sehr leer gewesen.

Plaza de Espana, Sevilla, Andalusien

Andalusien, da kommt noch mehr…

Das nächste Abenteuer sollte nicht lange warten. Angekommen in Torrox wurden wir von dem freundlichen Hausverwalter begrüßt, der uns den Weg hinauf in die Berge bei Torrox zu unserem Haus gezeigt hat. Nach fünf Kilometern oder anfänglich 20 Minuten Fahrtzeit bei interessanter Straßenführung kamen wir dann an unserem Ferienhaus, der „Villa Vista“, an.

Einsam am Berg und überraschenderweise doch mit Strom und fließendem Wasser ausgestattet! Es sollte eine sehr erholsame Woche im Haus werden; einzig die Fahrt zum Bäcker musste morgens ausfallen.

Mit einer atemberaubenden Aussicht über Torrox Costa wurden wir für die fehlenden frischen Brötchen morgens gut entschädigt. Das Haus hatte wirklich alles zu bieten, um sich eine Woche sehr gut zu erholen. Neben dem Pool gab es auch eine tolle Dachterrasse, auf der man wunderbar grillen und chillen konnte. Neben dem Haus war ein kleiner Weinberg angelegt und auch die Früchte von den Bäumen aus dem Garten hätte man essen können.

Ein gut überlegter Einkaufszettel war auch die Voraussetzung für die tolle Erholung, denn durch die längere Auffahrt zu dem Haus war die im Supermarkt vergessene Kaffeemilch schon sehr ärgerlich. Die nächsten größeren Geschäfte waren ca. 30 Minuten (ungeübter) Fahrtzeit entfernt.

Und so haben wir die Ausflüge ins Tal auch immer für einen entsprechenden Tageseinkauf genutzt.

 

Apropos Tagesausflüge: Torrox und Torrox Costa liegen östlich von Malaga. Nach einem ersten schnellen Blick auf die Karte auch ein gutes Programm auf der Liste: die Alhambra, Gibraltar, Malaga, Sevilla (war schon abgehakt), Marbella, Nerja und ein Aquapark in der Region. Genug für sieben Tage mit  ein paar Tagen Erholung am Pool.

Der Plan war gesetzt! Gesagt, getan und losging es. Vergessen hatten wir in dem Plan die Sonne Andalusiens, die doch die ein oder andere Änderung vornahm. Letztendlich haben wir trotzdem so viel gesehen, sodass wir wenigstens einen ersten Eindruck von dieser vielseitigen Region gewinnen konnten.

Andalusien im August bietet sich vor allem für eines an: relaxen am Pool. Oder am Strand.

Kultur, und noch mehr Kultur

Wer die Kultur sucht hat mit Andalusien ein tolles Reiseziel. Auf unserer Liste fehlten ganz klar Cordoba und auch Ronda westlich von Malaga. Alles in allem natürlich ein riesiges Gebiet, was mehr als eine Woche Urlaub verlangt. Wir kommen wieder.

Angefangen haben wir nach unserem Plan mit Marbella und Malaga. Bekannt als Lieblingsort der Schönen und Reichen lockt Marbella auch Normalsterbliche an, um sich mal anzusehen was man mit zu viel Geld alles so mehr oder weniger sinnvolles machen kann.

Das schöne Marbella zeigt sich am kleinen Hafen, der auch an die Altstadt angrenzt. Das dekadente Marbella zeigt sich am ca. 5 km entfernten Yachthafen, wo die Superyachten der Superreichen sich wie an einer Perlenkette aufreihen. Unschwer ist zu erkennen, wer es hat und wer nur mit dem kleinen Kutter mit dabei sein möchte.

Und genau an diesem Yachthafen stehen selbstredend passende Superflitzer. Kleiner Tipp – man kann sich die Autos passend für den stilechten Besuch auch ausleihen. Am Ende der Straße Conjuta Banabola muss man sich dann nur entscheiden, ob man rechts Richtung Cartier (ca. 110 m) oder links an den Restaurants vorbei abbiegt. Ich empfehle links herum. Die Strecke ist wenigstens 170 m lang und man kann über die Parallelstraße hinter den Häusern immer schön im Kreis fahren und so auch Strecken schaffen. Wenn nicht nur die Touristen im Weg stehen würden!

Wer es mag, der kann nach einer ausgiebigen Runde auch noch ein schönes Eis am Hafen essen. Preis je Kugel im Becher 3,5 Euro. Der Fairness halber gibt es einen Mengenrabatt ab der zweiten Kugel.

Nirgends in Andalusien ist die Dichte an Superlativen höher als am Yachthafen von Marbella und es gleicht im übertragenen Sinne einem Zoobesuch. Auf der einen Seite die vermeintlich stolzen Yachtbesitzer, die um die größte Yacht prahlen und auf der anderen Seite der normale Tourist. Wer wen mehr ansieht, mag dahin gestellt sein. Aber auch hier gilt wie im Zoo: Nicht durch das Gitter greifen und füttern verboten!

Von Marbella nach Malaga

Auf der Rückfahrt lag nach Marbella dann mit Malaga ein weiteres Ziel von unserem Plan auf dem Weg.

Malaga ist im Zentrum eine sehr schöne Stadt mit gefühlt unendlich vielen Tapas-Bars und Restaurants, die alle sehr einladend wirken. Mit einem freundlichen Gruß von der Sonne („Der Pool ruft!“) sind wir nach einem kurzen Spaziergang durch die Innenstadt wieder nach Torrox gefahren.

Kathedrala Malaga
malaga-innenstadt

Auch wenn der Stopp kurz und knackig war – wir würden nochmal für einen Besuch wiederkommen. Gibraltar hatten wir zu dem Zeitpunkt bereits wegen der Entfernung, des Pools und der Sonne von der Liste gestrichen.

Das Highlight der Woche war für mich der Besuch der sagenumwobenen Alhambra bei Granada, die auch zum Weltkulturerbe gehört.

Die Alhambra bei Granada ist eine der meistbesuchten Ziele in Europa und so empfiehlt es sich die Eintrittskarten schon vorab im Internet (unter www.alhambra-tickets.es / nur spanisch / englisch) zu bestellen. Mit den bestellten Karten hat man einen garantierten Einlass in den Nasriden-Palast im Zentrum der komplexen Anlage. Wichtig dabei zu beachten ist das Zeitfenster, was man mit der Bestellung festlegt: außerhalb dieser Zeiten kann man „nur“ die Gärten ansehen.

Die Tickets gibt es in unterschiedlichen Ausführungen. Das Ticket mit vollständigem Zugang zu den Nasriden-Palästen und dem Generalife kostet knapp 14,- Euro / Erwachsener.

Wir hatten die Tickets für den Vormittagsbesuch bestellt, was für den Besuch im  Sommer auch zu empfehlen ist. Nachdem wir die Onlinetickets direkt an den Kartendruckern neben dem Souvenirshop vor dem Haupteingang ausgedruckt hatten, konnte es losgehen.

Es gibt einen ausgeschilderten Rundgang durch die Alhambra, dem man bequem folgen kann (externer Link: Alhambra-Plan für iOS / Android). Vor Ort sollte man sich wenigstens noch einen Audio-Guide buchen. Wir haben diese Chance leider verpasst. In den Gärten verlaufen sich die Menschenmassen sehr. Einzig im Nasriden Palast wird es dann etwas voller.

Man kann sicher viele Seiten über die Alhambra schreiben. Ich will mich an dieser Stelle kurzfassen. Der Besuch lohnt sich auf jeden Fall und gehört sicher zum Pflichtprogramm bei einem Urlaub in Andalusien.

Bei kühleren Temperaturen bietet sich vor oder nach dem Besuch der Alhambra noch Stadtbummel in der Altstadt von Granada an.

Wir haben es dann nach dem ausführlichen Aufenthalt in der Alhambra doch vorgezogen wieder an den Pool zu fahren. Und so ging es dann mit einem Abstecher durch die Sierra Nevada parallel zur Autobahn wieder Richtung Torrox.

In der unmittelbaren Nähe zu Torrox Costa liegt auch Nerja, der von beiden Orten ganz klar der schönere Ort für einen Besuch an der Costa del Sol ist. Nerja mit dem Balcon de Europa (einem Aussichtspunkt an der Fußgängerzone) bietet so ziemlich alles, was man von einem Urlaubsort erwarten würde. Schön ist an Nerja, dass der Innenstadtbereich dabei kaum mit Zweckbauten verschandelt wurde. Die Vielzahl der Restaurants und Bars bieten eine große Auswahl. Sofern man nicht gerade ein tolles Ferienhaus an einer unbefestigten Straße im Gebirge hat, wäre Nerja ein alternatives Ziel für einen Urlaub.

Frigiliana II
Nerja Balcon de Europa
Nerja Strand
Frigiliana

Den Abschluss dieser schönen und sehr erholsamen Woche haben wir dann in Frigiliana bei einem Stadtfest (XI Festival Frigiliana 3 Culturas) verbracht. Auf der Tapas Strecke kann man von einem zum nächsten Restaurant schlendern und viele verschiedene Tapas testen. Und Wein. Und Bier. Mit der spanischen Musik im Hintergrund und den Musikgruppen auf der Hauptbühne lässt es sich sehr gut feiern!

Um den Urlaub in Andalusien mit den wenigen aber aussagekräftigen Worten einer typischen Ebay-Bewertung zu bewerten sagen wir, „Immer wieder gerne!“

Hier geht’s nochmal zurück an den Anfang der Reise => ab nach Portugal!

Was habt Ihr in Andalusien erlebt? Wo sollte man auf jeden Fall mal gewesen sein? Du interessierst Dich doch mehr für Italien oder die Kanaren? Dann lies doch einfach mal über unsere Erlebnisse am Ätna oder wie wir durch die Serpentinen von Gran Canaria gedüst sind.

Und hier konnten wir auch ohne Strom immer gut nachschauen:

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